Die Zeit des Nationalsozialismus

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Mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten im Jahre 1933 änderte sich die Situation der freiwilligen Feuerwehren in Deutschland nachhaltig.

Die Aufstellung der vielen NS-Organisationen spannten die Deutschen „in den Dienst am Staate” derart ein, dass sich bei den Feuerwehren nicht nur Nachwuchs- sondern auch Mannschaftsmangel einstellte. Das (Reichs-)Gesetz über das Feuerlöschwesen von 1938 und die Dritte Durchführungsverordnung dazu vom 24. Oktober 1939 (Organisation der Freiwilligen Feuerwehren) machte die Freiwillige Feuerwehr zu einer technischen Hilfspolizeitruppe für Hilfeleistungen bei öffentlichen Notständen aller Art. Die 3. Durchführungsverordnung bestimmte u.a., dass Juden nicht der Freiwilligen Feuerwehr angehören, jüdische Mischlinge keine Vorgesetzten sein durften. Die Mannschaften wurden in feierlicher Form vor der versammelten Wehr auf den „Führer des Deutschen Reiches und Volkes Adolf Hitler” vereidigt!

Durch die gleiche Verordnung wurden die von den Freiwilligen Feuerwehren gebildeten Vereine und Verbände aufgelöst. Ihr Vermögen ging auf die Gemeinden, Gemeindeverbände oder die Länder über. Die Vorschriften der Länder über die Freiwilligen Feuerwehren traten außer Kraft. Damit waren die Freiwilligen Feuerwehren „gleichgeschaltet”.

Im Krieg wurden viele Frauen zum Dienst in den „freiwilligen” Feuerwehren herangezogen, da die meisten Männer eingezogen waren. Sie standen dabei in hervorragender Weise „ihren Mann”. Wie sehr es an Feuerwehrleuten fehlte, wird daraus deutlich, dass die Feuerwehr Büdingen zwischen 1943 und 1945 mehrere Male nach Kassel zum Einsatz gerufen wurde.

Die Lindheimer Wehr in der NS-Zeit

 

Ab 1944 stieg die Gefahr von Bränden durch drohende Bombardierungen stark an. Enrico Marelli, ein in Lindheim ansässiger Elektro-Maschinenbauer, machte aus dem kriegsbedingten Mangel eine Tugend. Der begeisterte Bastler baute aus verschiedenen Teilen, die er an seinem Arbeitsplatz „organisiert” hatte, eine erste Motorspritze zusammen, wobei die Kraftübertragung zwischen dem 8-PS-Benzinmotor und der Pumpe über einen Treibriemen stattfand, da Motor und Pumpe von der Drehzahl her nicht zusammenpassten. Diese Pumpe lieferte für zwei C-Rohre einen Druck von ca. 5 bar.

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